Im Seelenkalender von Rudolf Steiner gibt es für jede der 52 Wochen einen Spruch. Täglich gelesen eröffnet sich durch diese Sprüche die Möglichkeit, noch einmal tiefer die jahreszeitlichen Stimmungen seelisch mitzuerleben. Der Kalender beginnt mit der Osterstimmung des Jahres. Immer drei der Sprüche gehören einer Seelen- einer Jahreszeitenstimmung an.

Entstehung des Seelenkalenders

Nachdem sich Rudolf Steiner mit einem kleinen Kreis im Frühjahr 1911 mit den Sternbildern und ihren Kräftewirkungen beschäftigt hatte, kam die Idee eines nach anthroposophischen Gesichtspunkten gestalteten Kalendariums auf. Dieser ursprüngliche Plan wurde zwar nicht weiter verfolgt, jedoch entstanden in diesem Zusammenhang meditative Sprüche, welche Ostern 1912 unter dem Namen “Seelenkalender” veröffentlicht wurden.

Während des Ersten Weltkrieges legte die Waldorf-Astoria Cigarettenfabrik die Sprüche als „geistige Anregung“ für die Soldaten an der Front  in einer Reihe kleiner farbiger Heftchen Zigarettenschachteln bei. 

In der zweiten Auflage 1918 wurden die Sprüche durch Rudolf Steiner im Rahmen einer Textsammlung für deutsche Kriegsgefangene zusammengestellt. Im Vorwort zur zweiten Auflage schreibt Rudolf Steiner:

„Der Jahreslauf hat sein eigenes Leben. Die Menschenseele kann dieses Leben mitempfinden. Läßt sie, was von Woche zu Woche anders spricht aus dem Leben des Jahres, auf sich wirken, dann wird sie sich durch solches Mitleben selber erst richtig finden. Sie wird fühlen, wie ihr dadurch Kräfte erwachsen, die sie von innen heraus stärken. Sie wird bemerken, dass solche Kräfte in ihr geweckt sein wollen durch den Anteil, den sie nehmen kann an dem Sinn des Weltenlaufes, wie er sich in der Zeitenfolge abspielt. Sie wird dadurch erst gewahr werden, welche zarte, aber bedeutungsvolle Verbindungsfäden bestehen zwischen sich und der Welt, in die sie hineingeboren ist. In diesem Kalender ist für jede Woche ein solcher Spruch verzeichnet, der die Seele miterleben läßt, was in dieser Woche als Teil des gesamten Jahreslebens sich vollzieht. Was dieses Leben in der Seele erklingen läßt, wenn diese sich mit ihm vereinigt, soll in dem Spruche ausgedrückt sein. An ein gesundes «Sich eins fühlen» mit dem Gange der Natur und an ein daraus erstehendes kräftiges «Sich selbst finden» ist gedacht, indem geglaubt wird, ein Mitempfinden des Weltenlaufes im Sinne solcher Sprüche sei für die Seele etwas, wonach sie Verlangen trägt, wenn sie sich nur selbst recht versteht.“ 

Der Anthroposophische Seelenkalender heute

Anfang 1925 erschienen die Sprüche unter dem heutigen Titel “Anthroposophischer Seelenkalender”. Bei dieser letzten Auflage vor Steiners Tod gestaltete er Umschlaggestaltung und Layout der Texte noch selbst. Wenige Tage nach dem Tode Rudolf Steiners wurde der Kalender gedruckt. 

Im Waldorfshop findet ihr den Seelenkalender in Leinen gebunden herausgegeben vom Rudolf Steiner Verlag.

Anthroposophischer Seelenkalender - Waldorfshop

 

Neben vielen weiteren Ausführungen des Kalenders findet Ihr bei Glomer.com auch Anregungen für die Arbeit mit dem Kalender, z.B. in dem Buch „Mit der Erde atmen lernen„.

Der Seelenkalender steht inzwischen auch online zu Verfügung.

Der Spruch für die 2. April Woche, in der wir uns gerade befinden lautet:

Ins Äußre des Sinnesalls
Verliert Gedankenmacht ihr Eigensein;
Es finden Geisteswelten
Den Menschensprossen wieder,
Der seinen Keim in ihnen,
Doch seine Seelenfrucht
In sich muß finden.

Auf unserem  Waldorfshop Instagram Account zeigen wir euch seit dem Ostermontag jede Woche in unserer Story den entsprechenden Spruch. Gesammelt könnt ihr sie dann in unserem Story Highlight noch einmal anschauen.

Auf unserer Seite Jahreszeiten Stimmung hier im Blog findet ihr Beiträge, die euch eintauchen lassen in die jeweilige Jahreszeit.

Kennt und arbeitet ihr schon mit dem Seelenkalender?

Liebe Grüße vom Team des Waldorfshop

 

 

 

 

 

 

 

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