Waldorfshop for Future #2

Liebe Waldorfshop-Freunde, 

dieser Blogpost ist im Rahmen der heute erneut stattfindenden Fridays-for-Future-Aktion entstanden. Wie auch schon im September möchten wir bei Waldorfshop auch am heutigen Tag wieder einen eigenen Beitrag dazu leisten. Deshalb haben wir uns etwas ganz besonderes für Euch, unsere Kunden, einfallen lassen. 

Wer den Blogpost aus dem September gelesen hat, der weiß, dass wir die letzte Fridays-for-Future-Bewegung zum Anlass genommen haben, um unseren eigenen Waldorfshop-Kompost zu bauen. Damals blieben die Tore unseres Lagers einen ganzen Tag lang geschlossen.

Heute werden wir unsere Tore nicht erneut schließen. Stattdessen haben wir uns etwas anderes überlegt. Wir möchten nicht zu viel vorab verraten, aber so viel soll gesagt sein: In jedem Päckchen, das heute unser Lager verlässt, werdet ihr einen kleinen Gruß aus dem Waldorfshop finden. Somit wollen wir unseren ganz persönlichen Beitrag im Hinblick auf die Klimakrise leisten. Und wenn ihr gut darauf acht gebt, es hegt und pflegt und regelmäßig gießt, dann kann daraus auch etwas großartiges wachsen und gedeihen. Seid gespannt;-)

Darüber hinaus haben wir uns außerdem etwas näher mit dem Thema „Weihnachtsbäume“ und einigen möglichen Alternativen auseinandergesetzt, die wir Euch in diesem Artikel gerne vorstellen möchten. In den kommenden Wochen bis Weihnachten werden Euch im Ideenforum dann außerdem noch ein paar Anleitungen erwarten, wie ihr mit euren Kindern hübschen und sogleich nachhaltigen Baumschmuck ganz einfach selber herstellen könnt. 

Es ist Freitag, der 29.11.2019. In zwei Tagen beginnt bereits die Adventszeit und in nicht einmal mehr einem Monat ist dann auch schon Weihnachten, das Fest der Liebe…und – man kann es mittlerweile nicht mehr leugnen – das Fest des Konsums. 

Zu keiner anderen Zeit im Jahr wird so viel gekauft, wie in der Vorweihnachtszeit. Und zu keiner anderen Zeit im Jahr entsteht so viel Abfall, wie in dieser Zeit. Dabei sind die Berge an Geschenkpapier, die am Abend des Weihnachtsfests in der Tonne eines jeden Haushalts landen, nur ein kleiner Teil des Gesamten, ganz zu schweigen von dem erhöhten Stromverbrauch, den wir mit der festlichen Beleuchtung unserer Häuser, Gärten und Straßen erzeugen oder den Weihnachtsbäumen, die für ein paar Tage unsere Wohnzimmer schmücken. 

29,8 Millionen Bäume wurden vergangenes Jahr in deutschen Haushalten zu Weihnachten aufgestellt. 

Unter den Deutschen als Weihnachtsbaum besonders beliebt ist vor allem die Nordmann-Tanne, die allerdings ursprünglich gar nicht aus Deutschland, sondern aus dem Kaukasus stammt. 

An konventionellen Verkaufsständen haben diese Tannen oft schon weite Transportwege aus dem Ausland hinter sich, was neben einer höheren Schadstoffbelastung auch schlecht für das Klima, den Menschen und die Umwelt ist. Zudem kommen die meisten dieser Weihnachtsbäume aus Betrieben, die diese stark mit Pestiziden belasten. 

Eine vom BUND Naturschutz (BN) im Jahr 2017 deutschlandweit durchgeführte Stichprobe ergab, dass in 13 von 17 Weihnachtsbäumen Pestizide nachgewiesen werden konnten. Dabei handelte es sich in erster Linie um Düngemittel gegen Insekten, Unkräuter oder Pilzkrankheiten. Das Problem hierbei ist, dass diese Stoffe äußerst schädlich für das gesamte Ökosystem sind, da es zum Aussterben vieler wichtiger Nützlinge führt und deren Lebensraum zerstört. Darüber hinaus können die giftigen Stoffe auch die menschliche Gesundheit belasten, wenn der mit Chemikalien behandelte Weihnachtsbaum mitten im Wohnzimmer steht, wo sich die Stoffe in der Luft entfalten. Umweltschützer fordern deshalb mittlerweile Grenzwerte für Weihnachtsbäume.

Ein weiteres Problem ergibt sich in Hinblick auf die großen Weihnachtsbaumplantagen, die in Deutschland rund 50.000 Hektar Land in Anspruch nehmen. Dadurch gehen landwirtschaftliche Flächen verloren, die auch zum Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden könnten. Dass für Plantagen teilweise auch ganze Wälder gerodet werden, betitelt der BN als skandalös. Doch anstelle weiter auf den negativen Fakten herumzureiten, wollen wir doch lieber einmal einen Blick auf die möglichen Alternativen werfen:

Alternativen zum Weihnachtsbaum

Die umweltfreundlichste Alternative ist natürlich die, sich gar keinen Baum ins Haus zu holen. Doch wer möchte an Weihnachten schon auf den wunderschönen traditionellen Weihnachtsbaum verzichten? In den meisten deutschen Haushalten gehört er einfach genauso zum Fest, wie auch die Geschenke, Plätzchen und Lieder dazu gehören. Auch möchte man die Kinder ja nicht enttäuschen, die bereits sehnsüchtig auf das Weihnachtsfest warten.

Eine umweltfreundlichere Lösung ist ein Baum, der natürlich gewachsen ist, der direkt aus dem Wald und aus der heimischen Gegend kommt. In Deutschland gibt es viele Waldbesitzer, Förster oder BUND-Gruppen, die die Möglichkeit bieten, im Wald gemeinsam und unter Anleitung seinen eigenen Baum zu fällen. In der Regel handelt es sich hierbei dann um heimische Baumarten wie die Fichte, die Kiefer oder die Weißtanne. Wenn die Bäume von Kulturen außerhalb der Wälder stammen, sollte darauf geachtet werden, dass es sich bei den Plantagen um Öko-Plantagen mit Mischkulturen handelt, auf denen keine Pestizide eingesetzt werden, wo die Bäume umweltfreundlich angebaut werden. Erkennbar sind solche Bäume beim Kauf immer an dem Bio- bzw. FSC-Siegel. Auf der Seite der Umweltorganisation Robin Wood gibt es diesbezüglich weitere Informationen sowie eine Liste von Anbietern

Eine weitere Alternative zum traditionellen Weihnachtsbaum ist ein Baum im Topf mit Wurzelballen. Dieser wird – anders als der geschlagene Baum – auch Anfang Januar noch frisch aussehen und alle seine Nadeln besitzen. Zudem lässt er sich nach der Weihnachtszeit auch im eigenen Garten anpflanzen. Da so ein Topfbaum im warmen Wohnzimmer allerdings aus seinem „Winterschlaf“ geweckt wird und er somit seine Frostresistenz verliert, sollten hierbei einige wichtige Kriterien beachtet werden er. Nach Weihnachten sollte er beispielsweise besser erst einmal an einem kühlen und frostfreien Platz stehen, damit er sich wieder an das kältere Klima gewöhnen kann, bevor er wieder raus an die frische Luft kommt. Bedacht werden sollte außerdem, dass diese Art Baum in der Regel sehr groß wird. Wer nicht gerade einen großen Garten hat, für den könnte diese Alternative also eher ungeeignet sein. 

Dann gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Topfbäume gibt es inzwischen auch zur Miete. In einigen deutschen Städten bieten Unternehmen tatsächlich sogenannte Mietbäume an. Diese bringen die Bäume zu den Kunden nach Hause und holen sie dort nach Weihnachten auch wieder ab. Anschließend werden die Bäume dann ausgepflanzt. 

Ob es eine nachhaltigere Alternative ist, sei dahingestellt. Denn auch hierbei entstehen mit dem Transport der Bäume schließlich CO2-Emissionen, die wir nicht einfach übersehen können.

Was letztlich die nachhaltigste bzw. beste Maßnahme für den herkömmlichen Weihnachtsbaum ist, muss am Ende des Tages wohl jedoch jeder für sich selbst entscheiden. 

Aber nun ihr – erzählt doch mal, wie ihr das mit dem Weihnachtsbaum zuhause so handhabt. Wie steht ihr zu dem ganzen Thema? Habt ihr bereits einen Baum? Oder habt ihr euch für eine der oben genannten Alternativen entschieden? Oder habt ihr vielleicht noch eine ganz andere Lösung für euch gefunden?

Wir freuen uns über eure Nachrichten und sind gespannt von euren Erfahrungen zu hören. Bis dahin wünschen wir euch einen wunderschönen und besinnlichen ersten Advent!

 

Mit den besten Grüßen aus dem Waldorfshop!

 

2 Gedanken zu „Waldorfshop for Future #2“

  1. Wir haben einen Weihnachtsbaum wie bei Peterson und Findus, wir schneiden uns im Wald Zweige von mehreren Bäumen und stecken die in eine Holzstange mir Löchern. Sieht trotzdem richtig schön aus. Unser Kind ist begeistert davon.

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