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„In der dunklen Nacht ist ein Stern erwacht, leuchtet hell am Himmelszelt, schenkt sein Licht der ganzen Welt, in der dunklen Nacht ist ein Stern erwacht.“

In diesem Beitrag findet ihr eine Geschichte über die Entstehung des Adventsgärtleins, die ihr den Kindern im Kindergarten oder zu Hause erzählen könnt.

Im Beitrag „Adventskalender“ haben wir euch etwas über die Hintergründe zum Adventsgärtlein erzählt:

Im Waldorfkindergarten findet am Samstag vor dem 1. Advent oder am 1. Advent selbst das Adventsgärtlein statt. Dies ist ein Ritual, das besonders in der Waldorfpädagogik eingebunden ist.

Beim Adventsgärtlein trägt jedes Kind einzeln eine Kerze, die in einen Apfel gesteckt wurde, durch eine Spirale aus Tannenzweigen zur Mitte hin. Dort entzündet es die Kerze und stellt sie auf einen von vielen goldenen Fünfsternen, die auf den Tannenzweigen verteilt sind.

Damit ist das Adventsgärtlein eine Umkehrung der Symbolik des Pfingstfestes. Zu Pfingsten wurde das Licht in tausend Flämmchen auf die Jünger verteilt. Durch Christus entstand eine Gemeinschaft und diese trug das Licht in die Welt, sodass diese immer heller und heller scheinen kann. Beim Adventsgärtlein geht jeder für sich in die Mitte und entzündet dort sein Licht, um es in die Welt, in die Gemeinschaft zu tragen.

In den letzten Beiträgen sprachen wir von den drei Kräften, mit denen wir uns zu Michaeli, zu Sankt Martin und zu St. Nikolaus stärken können. St. Michael gibt uns Geistes-Kraft und Mut, St. Martin gibt uns Seelen-Kraft und Mitgefühl und St. Nikolaus stärkt unseren Leib und den Wunsch, Gutes zu tun. Mit diesen Kräften können wir den Weg ins Innere der Spirale beschreitet, unser Licht entzünden und im Dunkeln strahlen lassen!

Diese Geschichte darüber, wie das Adventsgärtlein entstand, habe ich bei Waldorfinspiration gefunden.

Wie das Adventsgärtlein entstand

Es geschah zu einer Zeit im Thüringer Wald. Da lebte nahe bei einem Dorfe der Einsiedler Jakob. Seine bescheidene Hütte stand tief im Wald. Er mochte es nicht gerne, mitten im Dorfe zu leben, denn er wollte im Wald den Tieren und dem lieben Gott nahe sein.

Im Sommer sammelte Jakob wundersame Kräuter, die eine grosse Heilkraft besaßen. Mitunter kamen Menschen aus dem Dorf und baten Jakob, er möge ihnen Kräuter geben zur Heilung für die Kranken. Er tat es auch gerne und war bei den Menschen dafür beliebt. Einmal zogen am Himmel dunkle Wolken auf, und es gab ein Unwetter, wie es schon lange keines mehr gegeben hatte. Der alte Jakob saß derweil still in seiner Hütte; seine Ziege hatte er hereingeholt, weil sie gar so jämmerlich meckerte. Er saß eine Weile ganz still und dachte nach, da bemerkte er in der Stubenecke eine kleine grüne Schlange mit einem goldenen Krönlein auf dem Haupt und leuchtenden Punkten auf dem Körper. Wie er sie entdeckt hatte, begann die Schlange zu sprechen:

„Jakob, es ist dunkel auf der Welt, und die Menschen haben das Fenster in ihrem Herzen geschlossen. Du musst etwas tun!“

Jakob wusste zuerst nichts zu sagen, doch dann fragte er:

„Es ist nicht leicht, den Menschen zu helfen. Wie sollte ich etwas unternehmen?“

Die Schlange aber sprach:

“Jakob, die Kinder brauchen ein Adventsgärtlein, dass sie die Lichtlein tragen können, damit es wieder hell wird auf der Welt. Sieh mich an!“

Und sie ringelte sich zu seinen Füssen und reckte das Köpfchen in die Höhe, dass das Krönchen nur noch goldener glitzerte und die hellen Punkte noch heller erleuchteten. Da wusste Jakob auf einmal, was er zu tun hatte. Er wollte der Schlange danken, wie er aber hinschaute, leuchtete auf dem Boden nur noch feiner Goldstaub. Draussen hatte inzwischen auch das Unwetter nachgelassen, und über den Tannen sah man schon wieder die Sonne scheinen. Jakob zog sich warm an, füllte seine Tasche mit Kräutern und machte sich auf den Weg ins Dorf. Dort klopfte er an jedem Hause an und bat um Äpfel und um Kerzen. Die Menschen wunderten sich, gaben ihm aber gern das Erbetene. Und er erzählte, dass morgen am ersten Adventssonntag alle Kinder, aber nur die Kinder, am späten Nachmittag zu ihm kommen dürften. Als er beim letzten Haus ankam, bat er dort nur noch um eine besonders grosse Kerze. Seine Tasche war nun auch leer, denn er hatte alle Kräuter den Menschen für die Äpfel und Kerzen geschenkt.

So lief Jakob frohen Herzens zurück in den Wald und machte sich sogleich daran, seine Stube leer zu räumen. Dann legte er mitten hinein eine grosse Spirale aus Tannenzweigen und Moos aus dem Wald. In die Mitte aber stellte er auf eine Wurzel die grosse Kerze und zündete sie an. Die kleinen Kerzen steckte er in die Äpfel und stellte sie für die Kinder bereit.

Am nächsten Tag, als es schon anfing, dunkel zu werden, machten sich alle Kinder gemeinsam auf den Weg zum alten Jakob. Zuerst lärmten sie noch und lachten und sprangen. Als sie aber bei der Hütte im Wald angekommen waren, wurden sie ganz still und andächtig. Der alte Jakob ließ sie alle in die Stube kommen, in welcher nur die grosse Kerze in der Mitte brannte. Die Kinder setzten sich ganz leise um das Moosgärtlein herum, und als sie alle einen Platz hatten, sangen sie gemeinsam mit dem alten Jakob die schönsten Weihnachtslieder, und jedes durfte nun mit seinem Apfel in die Mitte zur grossen Kerze gehen und sein Lichtlein dort entzünden. Immer heller und heller wurde es in der kleinen Stube, und immer heller wurde es auch in den Herzen der Kinder.

 

Im Waldorfshop findet ihr online viele schöne Produkte zur Gestaltung der Adventszeit und hier im Blog könnt ihr gern unter Advent weitere Inspiration entdecken.

Beim Waldorf-Ideen Pool findet ihr auch Wissenswertes zum Adventsgärtlein.

1 Kommentar

  1. Helga

    Vielen Dank, für die wunderbaren Infos und Geschichte zum Adventsgärtlein

    Antworten

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