Im Baum, im grünen Bettchen, hoch oben sich ein Apfel wiegt.

Der hat so rote Bäckchen, man sieht’s, dass er im Schlafe liegt.

Ein Kind steht unterm Baume, das schaut und ruft hinauf:

„Ach Apfel, komm herunter! Hör endlich doch mit Schlafen auf!“

Es hat ihn so gebeten, glaubt ihr, er wäre aufgewacht?

Er rührt sich nicht im Bette, sieht aus, als ob im Schlaf er lacht,

Da kommt die liebe Sonne am Himmel hoch daher spaziert.

„Ach Sonne, liebe Sonne, mach du, dass sich der Apfel rührt!“

Die Sonne spricht: „Warum nicht!“ und wirft ihm Strahlen ins Gesicht,

küsst ihn dazu so freundlich. Der Apfel aber rührt sich nicht.

Nun schau! Da kommt ein Vogel und setzt sich auf den Baum hinauf.

„Ei Vogel, du musst singen! Gewiss, gewiss, das weckt ihn auf.“

Der Vogel wetzt den Schnabel und singt ein Lied so wundernett.

Er singt aus voller Kehle. Der Apfel rührt sich nicht im Bett.

Und wer kam nun gegangen? Es war der Wind, den kenn ich schon.

Der küsst nicht und der singt nicht, der pfeift aus einem andern Ton.

Er stemmt in beide Seiten die Arme, bläst die Backen auf

und bläst und bläst und richtig – der Apfel wacht erschrocken auf.

Und springt vom Baum herunter, grad in die Schürze von dem Kind.

Das hebt ihn auf und freut sich und ruft: „Ich danke schön, Herr Wind!“

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