Wozu eigentlich Babyspielzeug? So ziemlich alles, was das Kind in den ersten Jahren seines Lebens tut, dient dazu, sich selbst, die Menschen um es her und die Welt zu entdecken. Dabei entwickelt es die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es braucht, um in ein ganz eigenes sinnhaftes Sein und Tun zu kommen. Denn ist das Spiel von Babys und Kindern auf eine Art zweckfrei, so ist es doch voller Sinn, pflegt die Sinne und fördert auf spielerische Art und Weise auch die motorischen Fähigkeiten. Zur Zeit ist die Annahme, dass Babys tönendes, buntes und sich bewegendes Spielzeug brauchen, um sich entwicklen zu können, ziemlich weit verbreitet.

Tastend arbeitet sich das Baby in die Welt hinein. In der Waldorfpädagogik gehen wir davon aus, dass es dafür kein abstraktes, allzu vorgefertigtes Babyspielzeug braucht. Dieses ist meist wenig freilassend in Formgebung und Anwendung, bietet wenig Tasterfahrungen und ist daher auch eher hinderlich für die Entwicklung von Fantasie. Die grellen, bunten Farben, das glatte, kühle Plastik und die oftmals begleitenden Töne überfordern oft eher die Sinne der Babys und Kleinkinder als sie altersgerecht zu fördern. Das ideale Spielzeug für Babys und Kleinkinder sind die Geschenke der Natur. Liebevoll bearbeitetes Holzspielzeug oder Babyspielzeug aus Wolle und Bio Baumwolle lässt die Kinder voller Spaß spielen. 

Meilensteine in der Entwicklung

Zu keinem anderen Zeitpunkt im Leben eines Menschen findet so rasant Entwicklung statt. Von Geburt an entwickeln sich Kinder, gehen Schritt für Schritt voran. In der Pädagogik werden diese Entwicklungsschritte mit Meilensteinen „gemessen“. Dabei können wir zwar eine Richtlinie erkennen, aber jedes Baby, jedes Kleinkind ist individuell und nimmt sich, wenn die Mitmenschen und die Umwelt es lassen, die Zeit, die es für seine ganz eigene Entwicklung braucht. Und auch jedes Elternteil ist individuell und nimmt mit eigenen Gefühlen die Geschehnisse und die Entwicklung wahr. Sich und den Babys und Kindern gegenseitig Raum zu geben, ist dabei so wichtig!

Das kleine Kind weiß nichts davon, wieviele Monate alt es ist und welche Meilensteinen da gerade wichtig sind oder wo es schon einen Grenzstein erreicht hat. Es folgt einfach dem unbändigen Drang sich zu entwickeln und zu lernen. Für uns Erwachsenen können die Meilensteine aber Hilfe und Orientierung bieten.

Funktionsspiel 

Das erste Spiel der Babys wird Funktionsspiel genannt. Das Kind braucht dafür kein ausgefeiltes Spielzeug. Zu Beginn reicht der eigene Körper und später eignen sich die verschiedensten Gegenstände fürs Erkunden und Spielen. Sie sollten aus natürlichen und verschiedenen Materialien sein, um den Tastsinn angemessen zu fördern. Und natürlich dürfen sie keine Gefahrenquelle für das Kind darstellen. Mehr zum Thema Spielen findet ihr im Blogbeitrag “Das Spiel der Kinder”.

Das erste Lächeln

In den ersten Wochen, im 1. Lebensmonat braucht ein Neugeborenes vor allem Nähe und Geborgenheit, um sich gut zu entwickeln. Innerhalb des 2. Lebensmonats verwandelt sich das sogenannte unwillkürlich auftauchende Engelslächeln in ein erstes, bewussteres Lächeln. Meist wird dieses Lächeln als ein wunderbares Geschenk empfunden. Der eigene Körper ist in diesem Alter oft ausreichendes Spielzeug. Zuerst noch ganz unbewusst und dann immer gezielter werden die eigenen Hände entdeckt und ertastet. Der Finger der Eltern im kleinen Händchen ist oft schon Anreiz genug. 

Was kann dein Baby im 2. Monat können:

  • Köpfchen kurz selbst halten 
  • weiter entfernte Gegenstände oder Menschen mit den Augen verfolgen 
  • sich mit Kopf und/oder Blick Geräuschen und Stimmen zuwenden 
  • immer mal wieder die Fäuste öffnen und anfänglich Dinge greifen 
  • Arme und Beine gezielter bewegen 

Passendes Babyspielzeug:Grimms Regenbogen Schiff | Blog Waldorfshop

  • Greifling aus Holz
  • Baby Mobile

Alles in den Mund!

Im 3. Lebensmonat beginnt die Phase, dass alles, was das Kind zu fassen bekommt wie automatisch in den Mund wandert. Probieren Sie es einmal selbst aus: Mit dem Mund, den Lippen und der Zunge können Sie so viel feiner Oberflächen erkunden. Mit allen Sinnen, vor allem mit Tastsinn, Geschmackssinn, Hörsinn, Sehsinn nimmt das Kleinkind ganz unmittelbar die Umgebung wahr.  Im 4. Monat nimmt die Hand-Mund-Koordination zu und der Greifreflex ist fast vollständig verschwunden. Damit ist die Voraussetzung geschaffen, dass das Baby in ein erstes „richtiges“ Spiel kommen kann, da es nun das Spielzeug bewusster Greifen und Loslassen kann.

Was kann dein Baby im 4. Monat können:

  • das Drehen anfänglich üben
  • vertraute Gesichter auch über größere Entfernungen erkennen
  • Gefühle, wie Freude und Ärger, deutlich ausdrücken
  • Zugreifen und Loslassen
  • das Köpfchen immer sicherer halten
  • eine immer größere Bandbreite an Tönen und Lauten von sich geben

Greifling | Blog Waldorfshop

Passendes Babyspielzeug:

  • Rassel
  • Beißringe

Den Raum mit dem ganzen Körper ergreifen

Mit 5 Monaten können viele Babys mit Unterstützung aufrecht sitzen. Damit erweitert sich der Horizont um einiges und die Kinder nehmen stärker am Familienleben teil.

Wichtige Fähigkeiten für das Spielen mit Spielsachen werden etwa im 6. Monat erworben. Dazu gehört das sich um die eigene Achse drehen, die Drehung vom Bauch auf den Rücken sowie beidhändiges, gezieltes Greifen in Bauch- und Rückenlage. Das Kind ist eigentlich permanent beschäftigt und neben dem Schlafen und Essen in eine Art Dauer Baby Spiel versunken. So ein “richtiges Spiel” entsteht dabei noch nicht, aber 6 Monate alte Babys lieben es, Neues zu entdecken. 

Auch Sing- und Fingerspiele lieben Babys sehr. Eine schöne Auswahl findet ihr hier auf dem Blog in der Kategorie Sprüche und auf unserem Youtube Channel.

Was kann dein Baby im 6. Monat können:

  • mit Unterstützung aufrecht sitzen
  • Interesse am Essen zeigen 
  • selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken
  • Oberkörper  vom Boden abheben
  • teilweise gelingt schon der Vierfüßlerstand

Passendes Babyspielzeug:Ostheimer Holztiere Baby | Blog Waldorfshop

  • Grimm’s Mini Babyroller
  • Holzfiguren z.B. von Ostheimer oder Grimm’s  
  • einfache Puppen und Kuscheltiere 

Objektpermanenz und Wenn-Dann-Ketten

Im 7. Lebensmonat ist das Baby eigentlich ständig in Bewegung. Wickeln wird zu einer ziemlichen Geduldsprobe für alle Beteiligten. Die ersten Krabbelversuche setzen jetzt ein und manche Kinder schaffen es schon, sich stabil hinzusetzen. 

Immer öfter wählt das Kind statt des Mundes nun Augen und Hände zum Erkunden von Gegenständen. Die Auge-Hand-Koordination wird geschult. Um immer feiner greifen zu können, entwickelt sich der Scherengriff weiter, bei dem das Baby geeignete Dinge zwischen Daumen und Zeigefinger festhält sowie Spielzeuge von einer in die andere Hand übergibt und von allen Seiten betrachtet. Immer wieder etwas greifen, nur um es dann sofort wieder weg zu werfen gehört zum liebsten Babyspiel. Damit das Babyspielzeug nicht sofort kaputt geht, eignet sich vor allem hochwertig verarbeitetes Holzspielzeug und Tücher aus Naturmaterialien wie Wolle, Baumwolle und Seide.

Auch in dieser Zeit fangen die Kinder an allmählich erste Zusammenhänge zu erfassen: “Wenn ich die Rassel schüttle, dann macht sie Geräusche.” “Wenn ich an der Schnur ziehe, dann kommt das Spielzeug zu mir.” Dies ist eine wichtige Grundlage für die kognitive Entwicklung. 

Baby Objektpermanenz | Blog WaldorfshopDie bekannten “Wo bin ich?” Spiele nehmen jetzt an Relevanz zu, da die Babys nun wissen, dass Menschen oder Gegenstände, wie z.B. das Spielzeug, auch noch da sind, wenn sie sich außerhalb des Wahrnehmungsfeldes befinden. In der Pädagogik spricht man hier von der sogenannten Objektpermanenz.

Nun kann der Zeitpunkt kommen, an dem das bekannte Spielzeug langweilig wird und das Kind es nach kurzem Blick zur Seite wirft. Statt immer wieder neues Babyspielzeug zu kaufen, können Sie die Spielsachen mit zwei Tricks wieder interessant gestalten. Zum einen könnt ihr die Hälfte des Spielzeuges außer Sichweite räumen. Nach ein paar Tagen, könnt ihr dann das Spielzeug austauschen und für das Kind, welches ja rasante Entwicklungsschritte vollzieht, ist es wieder fast wie neu. Zum anderen könnt ihr Babyspielzeug kaufen, welches nicht zu festgelegt ist. Freilassendes z.B. Holzspielzeug kann mit anderen Spielsachen kombiniert werden. Hatte das Kind z.B. einen Ring aus Holz und ein Tuch aus Bio Baumwolle, so kann das Tuch nun an den Ring gebunden werden und sofort ist dieses neue “Ding” wieder interessant und kann untersucht werden!

Welt, ich komme!

Im 9. Babymonat können die meisten Babys krabbeln und sitzen. Nach wie vor entdecken die Kinder jeden Tag etwas Neues. Je fortgeschrittener das Kind in seiner Bewegungsentwicklung ist, desto aktiver erkundet es seine Umgebung. Auf der einen Seite ist die Neugier und Entdeckungsfreude wunderschön, auf der anderen kann es einen auch zur Verzweiflung bringen, wenn nichts mehr sicher ist vor den kleinen, flinken Wesen.

Spätestens hier werden nun die ersten “Spielregeln” fürs Zusammenleben festgelegt. Wenn ihr als Eltern alles, was das Kind nicht haben soll, außer Reichweite räumt, hat dies den Vorteil, dass sich das Kind relativ frei bewegen kann und ihr relativ wenig regulierend eingreifen müsst. Auf der anderen Seite wird auch eine Chance verpasst, schon sehr früh den Umgang mit Grenzen zu lernen. Vielleicht lasst ihr eine Sache, die das Kind nicht nehmen soll, stehen und übt gemeinsam daran, liebevoll eine Grenze zu zeigen und anzuerkennen: Immer wenn das Kind in die Richtung des Gegenstandes krabbelt, seid ihr zur Stelle, berühren es mit der Hand oder nehmt es auf den Schoß und begleitet das Ganze mit Worten und positiven Formulierungen, wie: “Nein, das bleibt da stehen. Hier, den Ball kannst du nehmen,” Und das immer und immer wieder. Erst macht es das Ganze für das Kind besonders interessant, aber mit der Zeit verliert es das Interesse und zieht weiter. Haben ihr es geschafft, durchzuhalten sowie ruhig und zugewandt zu bleiben, dann hatte euer Kind die Möglichkeit eine liebevolle Grenze zu erleben. Je öfter dies erübt wird, desto einfacher fällt es den Kindern später nicht nur, die Grenzen der anderen zu achten, sondern auch eigene Grenzen zu setzen.

Das oben schon erwähnte Funktionsspiel wird in dieser Zeit begleitet vom Informationsspiel oder auch Explorationsspiel genannt. Hier geht es, wie der Name schon andeutet um das Erkunden der Funktion der Gegenstände und Spielsachen. Das Kind exploriert, erkundet und probiert systematisch aus. Dabei sammelt es Informationen über Beschaffenheit und Eigenarten der Gegenstände. Die Kleinkinder haben viel Freude am auseinandernehmen, wieder zusammenfügen und eine Sache immer wieder neu zu verwenden.

Was kann dein Baby im 10. Monat können:

  • feines Greifen zwischen Daumen und Zeigefinger (Pinzettengriff)
  • krabbeln, drehen, robben und rollen, um sich eigenständig durch den Raum zu bewegen
  • eventuell an Hilfsmitteln in den Stand hochziehen 
  • den freien Sitz

Passendes Babyspielzeug:Holzspielzeug Grapat | Blog Waldorfshop

  • Holzspielzeug von Grapat
  • weicher Filzball 
  • Holzautos 

Ein Jahr auf der Welt

Mit 11 Monaten spielt das Kind immer öfter Alltagssituationen nach. Schön ist es, wenn z.B. Haushaltstätigkeiten nicht in Abwesenheit des Kinder sondern unter Einbezug stattfinden. Wenn das Kleinkind auch mit einem Handbesen oder mit einem Lappen hantieren darf und wenn es eigene Töpfe und Holzlöffel zum Spielen hat, kann es dem inneren Drang der Nachahmung nachkommen.

Neben dem Ausräumen von Schubladen und Bücherregalen sind die beliebtesten Baby Spiele in diesem Alter, Dinge zu stapeln, umzustossen, einzuladen, auszuladen, hineinzutun und wieder herauszunehmen. Mit dem Beginn des 2. Lebensjahres rückt immer stärker das Konstruktionsspiel in den Vordergrund. Spielerisch beschäftigen sich die Kinder mit der räumlichen Beziehung von Gegenständen, Dimensionen des Raumes und der Schwerkraft. Die Feinmotorik wird geschult, Handlungen immer geplanter durchgeführt, die Frustrationstoleranz gestärkt.

Als Babyspielzeug eignet sich alles, was man ineinander stecken, rollen, befüllen, entleeren, aufrollen usw. kann. Im 12. Monat erfreuen sich die Babys an Bewegungsspielzeug, mit welchem sie ihre neu erworbenen Fähigkeiten im Stehen und Laufen trainieren können.

Was kann dein Baby im 12. Monat können:

  • aus dem Stand zurück ins Sitzen kommen,
  • selbstständig sitzen, sich an Gegenständen in den Stand hochziehen und wieder setzen
  • Gegenstände in Erbsengröße mit dem Pinzettengriff aufheben
  • Dinge von einer Hand in die andere übergeben, drehen und von allen Seiten betrachten
  • sich an Dinge und Personen erinnern, die sie gerade nicht sehen, hören oder fühlen können (Objektpermanenz)
  • einfache Melodien mitsingen/mitsummen und Rhythmen klatschen

Passendes Babyspielzeug:Grimms großer Regenbogen | Blog Waldorfshop

  • Schätze aus der Natur, wie Tannenzapfen 
  • Körbe
  • Kistensatz von Grimm’s 
  • Grimm’s Regenbogen
  • Filzschnüre
  • Bauklötze aus Holz 
  • Bälle
  • Murmelbahnen 
  • Schaukelpferde 
  • Bilderbücher 

Babyspielzeug und mehr für Kinder und Eltern im Waldorfshop!

Wir im Waldorfshop möchten euch und die Entwicklung eurer Kinder mit unseren Produkten so gut wie möglich unterstützen. Ein Baby erkundet mit Händen, Füßen und Mund tastend die Welt. Daher ist es umso wichtiger, dass das Babyspielzeug natürliche Sinneserfahrungen ermöglicht. Im Waldorfshop findet ihr unaufgeregtes Spielzeug für die optimale Entwicklung eures Kindes unter anderem von den Herstellern Grapat, Ostheimer und Grimm’s.

Wenn ihr neben Babyspielzeug noch nach einer Grundausstattung, Produkte für die Babypflege oder Babykleidung sucht, dann stöbert online gern in unseren Baby Kategorien und entdeckt viele weitere wunderschöne Artikel fürs Baby!



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